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Verkäufer von Versicherungs- und Finanz-Produkten
Das Märchen von der kostenlosen Beratung


Beratungs-Kosten bei Abschluß über Vermittler
Versicherungs- und Finanzvermittler erzählen gerne, daß ihre »Beratung« kostenlos sei. Kostenlos ist in der Tat das Verkaufs-Gespräch dieser Leute. Wäre ja auch noch schöner, wenn sie einem etwas verkaufen wollen und man müßte auch noch Geld für die Verkaufs-Argumente bezahlen.
    Stellen Sie sich mal vor, Sie sollten der Verkäuferin an der Wurst-Theke ein Beratungs-Honorar dafür zahlen, daß sie Ihnen vorschwärmt, wie toll die Wurst ist, die sie Ihnen verkaufen will. Lächerlich, nicht wahr?!


Das Verkaufs-Gespräch ist aber nur kostenlos, solange man nichts abschließt. Wer abschließt, zahlt damit auch die Beratungs-Kosten. Und zwar nicht nur die Kosten für das eigene Gespräch, sondern auch die Kosten der Verkaufs-Gespräche, bei denen kein Vertrag abgeschlossen wurde. In jedem Beitrag sind "Beratungs-Kosten" einkalkuliert.

Beratungs-Kosten sind Teil der "Vertriebs-Kosten".


Die Bank nimmt Ihr Spargeld und gibt Ihnen 5% Zinsen (Beispiel). Das Spargeld von Ihnen gibt sie an Kreditsuchende weiter. Die zahlen 10% Kreditzinsen. Aus der Differenz werden Betriebskosten, Unternehmensgewinn und der »Berater« bezahlt.

Die Lebensversicherungs-Gesellschaft zahlt dem Vermittler eine Provision. Bei einer durchschnittlichen Lebensversicherung für eine ausreichende Altersversorgung (30 Jahre Laufzeit) sind das etwa 1.500 EURO. In Wirklichkeit zahlt nicht die Versicherungs-Gesellschaft die Provision. Sie, der Kunde zahlen das. So wie im Preis für 100 g Leberwurst der Lohn für die Verkäuferin eingerechnet ist, so ist das auch bei der Versicherung.

    Sie verlieren aber nicht nur die 1.500 EURO. Wenn Ihre ersten Beiträge an den Vermittler als Provision gehen, kann dieses Geld keine Zinsen und Zinseszinsen erwirtschaften. 1.500 EURO plus entgangene Zinsen und Zinseszinsen summieren sich in dem Beispiel auf auf

    11.500 EURO.

    Das ist aber noch nicht alles. Arbeitet der Vermittler nicht für eine der besten, das heißt gewinnstärksten und kostengünstigen Gesellschaften, kommen weitere Verluste für die Kunden hinzu. Das können 2.500 EURO oder 5.000 EURO oder mehr zusätzlicher Verlust sein. Je nach Vertrag.


    Dieses Beispiel zeigt, daß Beratung immer dann etwas kostet, wenn Sie kaufen. Natürlich verdient nicht jeder Versicherungs-Vermittler für jeden Abschluß 1.500 EURO. Sie sehen aber an diesem Beispiel oben, daß ein Vermittler ein hohes eigenes finanzielles Interesse daran hat, Ihnen so eine Lebensversicherung schmackhaft zu machen. Manche Vermittler lügen dreist, um die Unterschrift zu bekommen (die Rendite beträgt 8%), manche beugen die Wahrheit, manche verschweigen etwas (Nachteile). So ist das, wenn 1.500 EURO Einkommen für eine Stunde Verkaufs-Gespräch locken.

Beratungs-Kosten obwohl ohne Vermittler abgeschlossen
    "Ha, dann spare ich die Provisions-Kosten, indem ich direkt bei der Versicherungs-Gesellschaft abschließe. Ohne einen Vermittler einzuschalten."
So oder ähnlich könnte man denken. Allerdings steht dem die Art und Weise, wie Versicherungs-Gesellschaften kalkulieren, entgegen. Die Kosten werden auf alle Verträge gleich umgelegt, egal, ob ein Vermittler beteiligt war oder nicht. Es handelt sich um eine Durchschnitts-Kalkulation aller "Vertriebs-Kosten", die auf jeden Vertrag umgelegt werden.
    Beispiel:
    100.000 Policen

    90.000 über Vermittler des Versicherers zustande gekommen,
    10.000 schließen die Kunden direkt beim Versicherer ab

    Alle 100.000 Policen werden mit den "Vertriebs-Kosten" belastet, die für 100.000 Policen anfallen. Auf die 10.000 werden auch die Kosten der 90.000 umgelegt und umgekehrt.
Wenn Sie sich für eine Police eines Versicherers entscheiden, der entsprechend hohe Vertriebs-Kosten hat, zahlen Sie die auch dann mit, wenn sie keinen Vermittler einschalten und den Antrag direkt über die Hauptverwaltung abwickeln.


Beratungs-Kosten bei Abschluß bei einem Direkt-Anbieter
Auch ein Direkt-Anbieter hat "Beratungs-Kosten" in die gesamten Vertriebs-Kosten einkalkuliert. Allerdings gibt es den Teil der Kosten nicht, der bei einem Außendienst-Versicherer mit Vermittlern als Provision für die Vermittler kalkuliert ist.

Das führt dazu, daß in einigen Versicherungs-Sparten die meisten Direkt-Anbieter geringere Beiträge bieten können als Außendienst-Versicherer mit Vermittlern (Geschäftsstellen, Büros, etc.).

In der Lebensversicherung merkt man das nicht unbedingt an günstigeren Beiträgen. Allerdings intern kann bei einem Direkt-Anbieter wegen der niedrigeren Kosten mehr Geld in die Kapital-Anlage fließen.
Für die Krankenversicherung gilt das ganz ähnlich. Die Beiträge können billiger sein, müssen aber nicht. Der Direkt-Anbieter kann sich auch dafür entscheiden, statt die Beiträge zu senken "Überschüsse" in die "Rückstellungen" zu stecken. Das ist Geld, das über Jahre am Kapitalmarkt angelegt wird, um im Alter dann sukzessive die Beitrags-Erhöhungen abzumildern. Sie als Kunde merken also von den günstigeren Kosten des Direkt-Anbieters vielleicht jahrzehntelang auf den ersten Blick nichts.

    Bitte beachten Sie:
    Die Wahl eines Direkt-Anbieters ist keine Garantie dafür, daß man immer und unbedingt über die gesamte Laufzeit günstigere Policen hat als bei einem Außendienst-Versicherer, der das Klotz der Provisionen für Vermittler "am Bein hat". Ein Direkt-Anbieter kann durch Management-Fehler den Kosten-Vorsprung teilweise oder ganz einbüßen. Andererseits kann er seinen Kosten-Vorsprung durch gutes Management sogar noch vergrößern. Beides ist möglich.

    Da man die Zukunft nicht kennt, lohnt ein Blick zurück in die Vergangenheit. Wie hat ein Versicherer die letzten 20, 30 Jahre gewirtschaftet?

In den meisten anderen Sparten dagegen werden günstigere Vertriebs-Kosten sofort in den Beiträgen sichtbar. Wichtig ist hier die richtige Beratung
zu finden.